Pubertät: Wenn
Nähe plötzlich
Abstand wird
Gestern noch gemeinsames Kuscheln auf dem Sofa, heute zugeknallte Zimmer-Tür und einsilbige Antworten. Für viele Eltern fühlt sich die Pubertät ihres Kindes wie ein Beziehungsabbruch an. Für Jugendliche ist sie eine wichtige und oft anstrengende Entwicklungsphase.
Was im Jugendlichen passiert
In der Pubertät verändern sich Körper, Gefühle und Denken gleichzeitig. Jugendliche suchen ihren eigenen Platz: Wer bin ich, was will ich, was unterscheidet mich von meinen Eltern? Dazu gehört, sich abzugrenzen, auch wenn es nach außen, wie Ablehnung wirkt. Der Rückzug bedeutet nicht, dass die Beziehung zu den Eltern unwichtig geworden ist. Sie verändert sich.
Was im „System Familie“ geschieht
Familie ist ein Gefüge, in dem sich alle gegenseitig beeinflussen. Wenn ein Kind sich verändert, müssen sich die Regeln und Rollen aller anpassen. Das ist für Eltern oft ebenso herausfordernd wie für die Jugendlichen. Manche Familien erleben in dieser Phase mehr Streit, andere mehr Schweigen. Beides sind Versuche, eine neue Balance zu finden.
Was Eltern und Jugendlichen guttun kann
- Verbindung halten: Kurze, unaufgeregte Momente (eine Autofahrt, ein gemeinsames Essen) helfen oft mehr als lange Gespräche.
- Regeln gemeinsam besprechen: Jugendliche tragen Vereinbarungen eher mit, an denen sie beteiligt waren.
- Interesse statt Kontrolle: „Erzähl mir, was dir daran gefällt“ öffnet mehr als „Warum machst du das schon wieder?“
- Auf sich selbst achten: Eltern, die gut für sich sorgen, können Konflikte gelassener begleiten.
Dann kann ein Gespräch von außen sinnvoll sein
Wenn der Streit den Familienalltag dauerhaft bestimmt, sich ein Jugendlicher stark zurückzieht, die Schule leidet oder Sie sich ernsthaft Sorgen machen, kann eine Familienberatung oder ein therapeutisches Angebot unterstützen. Sie können kommen, auch wenn erst einmal nur die Eltern ein Gespräch wünschen.
